Hui, hier war aber lange nichts mehr los. *sanftaufweck* Aber ich habe ein ekliges Ewigkeitsprojekt beendet und möchte es mit jemandem teilen.
Vor Jaaaahren habe ich in einem Trödelladen einen traditionell bedruckten Baumwollstoff in verschiedenen Farben gefunden, also es war knapp ein Meter schwarzbraun mit Muster und dann kleinere Stücke (etwas weniger als A4) in anderen Farben, dem Etikett auf der Rückseite zu urteilen war es ein Ausstellungsstück, vielleicht von einem Stoffladen oder Einrichtungshaus. Erst vor wenigen Tagen habe ich mit den Angaben auf der Webkante mal gesucht und den Hersteller gibt es tatsächlich noch. War etwas erschrocken, wie
teuer der Stoff ist, so schön finde ich ihn dann doch nicht (ich habe vllt. 3 Franken gezahlt, also ein bisschen weniger).
Bereits vor fünf Jahren entstand aus dem Grossteil des Stoffs dann ein Schaumstoffhocker, der wohl auch als Patchwork zählen darf. Inzwischen habe ich den leider nicht mehr, weil er in der neuen Wohnung keinen Platz hatte.
Die anderen Farben und die Reste flogen noch eine Weile hier herum, im Dezember 2023 zerschnitt ich dann alles für ein Muschelpatchwork, weil ich kurz davor eine Schablone dafür billig gekauft hatte.
Diesen Schritt habe ich seit nun fast drei Jahren verflucht. Diese Art von Patchwork ist so gar nicht meins, wie ich feststellen musste.

Dieses Herumgeknibbel, damit die Rundung schön um die Schablone liegt, das Zusammennähen der Teile aufeinander, die Gefahr, dass alles schief und wellig wird, weil man keine geraden Linien hat…ne, das machte mir keinen Spass. Entsprechend habe ich mich sehr gequält, das Patchwork fertigzustellen, aber ich wollte den Stoff auch nicht einfach wegwerfen. Letzte Woche nun habe ich endlich den Patchwork-Teil abgeschlossen und heute wurde dann alles zu einem Kissen verwandelt: ein altes Geschirrhandtuch und Reste vom Baumwollvolumenvlies meines Sechseckquilts wurden mit dem Patchworkteil zusammengequiltet. Zum Handquilten hatte ich keinen Nerv mehr, aber es ging mit der Nähmaschine recht reibungslos. Rückseite wurde ein Köperrest, der ähnlich schwarzbraun ist wie der Hauptstoff. Knöpfe sind Einzelstücke aus dem Bestand. Die noch vorhandenen ganz kleinen Reste habe ich zusammen mit einer alten Korsettschnur noch zu einer Paspel verarbeitet. Dass ich den Schritt noch gemacht habe, freut mich im Nachhinein sehr, ich finde die Wirkung von Paspeln an Kissen sehr schön. Das endgültige Kissen ist ca. 37 x 37 cm.
Um nicht zu vergessen, dass es sich um provencialische Indienne handelt, habe ich das, was von der Wekante noch übrig war, auf die Rückseite gesteppt.
So, damit habe ich ein wirklich ungeliebtes Projekt doch noch zu unerwarteter Zufriedenheit abgeschlossen und habe ein ganz ansehnliches neues Kissen (das noch eine vernünftige Füllung braucht, diese ist schon ziemlich platt).

Wer also näht, der weiß auch, wie man trennt.
Elizabeth Barrett-Browning
Der Mangel an "ß"s in meinen Posts ist auf die Schweizer Rechtschreibung sowie Tastaturbelegung zurückzuführen.