Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Wenn ihr ein Thema habt das zwar mit Nähen/etc zu tun hat, aber in kein anderes On-Topic Board passt, dann versucht es mal hier.

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mischa
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon mischa » 28. Nov 2016, 21:44

Bei der Hobbyschneiderin verlinkt: Dagmar Bily verlässt nach 7 Jahren die Burda Style.

„Der Verlag Aenne Burda, mit seiner internationalen Marke Burda Style, konzentriert sich im Näh- und Craftingmarkt künftig noch stärker auf content-getriebenen Handel in den Kanälen Print und Digital – neben dem Ausbau des bestehenden Retail-Handels“, erklärt eine Burda-Sprecherin den anstehenden Umbau.
Ich übersetze dieses Geschwurbel so, das sie sich künftig stärker auf Special-Ausgaben wie die Vintage-, Strick- und Kinderhefte konzentrieren wollen, plus den Verkauf digitaler Schnittmuster vorrantreiben wollen - dazu passt es auch, das sie den dt. Internetauftritt stark überarbeitet haben. Man kann die Seite jetzt fast als benutzerfreundlich bezeichnen (wohoo!), außerdem stehen die Modellvorschau inkl. technischer Zeichnungen vor (!) dem Erscheinen des Heftes vollständig online - dazu hat es gerade mal lächerliche 10 Jahre Dauermotzen von Seiten der Leser benötigt :mrgreen:
Ihre Position als Chefredakteurin werde nicht neu besetzt und damit eingespart, heißt es. „Der redaktionelle Inhalt von Burda Style wird ab sofort von einer Redaktionsleitung kanalübergreifend verantwortet – zudem wird eine neue, einheitliche Kollektionsleitung eingeführt“, so die Burda-Sprecherin.
Ich bin schwer gespannt, der Geschmack von Frau Bily war z.T. recht...speziell. Wobei man der Fairness halber sagen muss, das die Burda unter ihrer Leitung ihrer Zeit oft einfach 2 Jahre vorraus war.
Tatsächlich hat der Titel wirtschaftlich schon bessere Zeiten erlebt. Von der Zeitschrift verkaufen sich aktuell laut IVW 1/2016 nur noch rund 116.000 Exemplare. 2003 waren es noch mehr als 200.000 Exemplare.
Was angesichts boomender Umsätze im Bereich DIY und Nähen im besonderen schon verwundert. Meiner Einschätzung nach haben sie zu lange an dem Geschmack (potentieller) Leser in D vorbei designt:

a) die konservative Chefsekretärin (oder standesbewusste Arztgattin...), mit Bedarf an repräsentativer Abend- und Büromode
b) die Farbmix-Mutti mit Liebe zu sehr bunten Jerseyteilen
c) die typischen MMM-Näher mit schrillen (retro-) Baumwollkleidchen und Strickjäckchen

(Soll nicht böse sein, aber jeder weiß, was gemeint ist.)

Gefühlt machen diese 3 Gruppen 80% der Hobbyschneider mit Schwerpunkt Erwachsenenkleidung hierzulande aus - und wirklich glücklich war damit niemand. Woran liegt es? Sehr trendaffine, junge Frauen, die gern mal was hippes genäht hätten, waren mit den Anleitungen oft überfordert. Die, die nähen konnten (und burdaisch für Fortgeschrittene verstanden), hatten dafür oft kein Interesse an den sehr modischen Teilen. Wenn man mal was genähtes von Burda im Netz sieht, was kein Basicteil ist, dann sehr oft von Französinnen oder Osteuropäerinnen.

Auf der Burda Style-Seite kann man zu jedem Heft ausführliches Feedback hinterlassen, falls das jemand nutzen mag und Wünsche für die Zukunft hat... :wink:
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Constanze » 28. Nov 2016, 21:55

Hui, danke für die spannenden Links und die Infos an sich, da scheint ja einiges in Bewegung zu sein.

Und mich wundert der sinkende Umsatz überhaupt nicht. Ich glaube, ein grosser Teil des DIY-Hypes besteht aus niedlichen Taschen und Häkelmützen, lange nicht alle, die niedliche Knöpfe im Buchladen kaufen, nähen danach grosse Abendroben.
Und diejenigen, die dranbleiben haben, wie du schon sagst, einen etwas anderen Geschmack. Dazu kommt, dass andere Nähhefte in den letzten Jahren dazu gekommen sind (eben die, die eher Accessoires und Co. abdecken. Molly Makes, Handmade Kultur, div. Häkel- und Strickzeitschriften). Mich würden die Zahlen der Ottobre women interessieren, die ist vom Stil her meiner Meinung nach deutlich näher an diesem alternativen Kleidungsstil, wie er auch von vielen Indie-Schnittmusterherstellern angeboten wird.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon T. T. Kreischwurst » 28. Nov 2016, 22:09

Oh interessant, ich hätte nicht erwartet, dass die Hefte schlechter gehen als früher. Eher andersrum, denn hier sind sie schon vor Beginn des Erscheinungsmonats meistens alle weg.
Ich hab das Jahr erst angefangen ab und an mal ein Burdaheft zu kaufen. Ich hab vorher bloß mal 3-4 easy fashions (2006-07) gekauft und hab dieses Jahr das erste Mal was draus gemacht :lol: . Deshalb hab ich jetzt mal "richtige" Burdahefte geholt und mochte vieles aus den letzten Heften, aber auch sehr viel nicht ^^.
Und für mich dürfte es tatsächlich alles ein bisschen leichter sein. Bisher hab ich noch zuviel Erfurcht, um tatsächlich mal einen Schnitt zu probieren, so ohne Bildanleitung und mit Beschreibungen, die mir etwas kryptisch vorkommen ;).
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Nria » 28. Nov 2016, 22:33

Constanze hat geschrieben:Und mich wundert der sinkende Umsatz überhaupt nicht. Ich glaube, ein grosser Teil des DIY-Hypes besteht aus niedlichen Taschen und Häkelmützen, lange nicht alle, die niedliche Knöpfe im Buchladen kaufen, nähen danach grosse Abendroben.
Ja, das entspricht auch dem, was ich so beobachte. Die Leute, die neu anfangen zu nähen, beschränken sich zum größten Teil wahlweise auf Taschen oder auf Babykleidung, beides in möglichst einfacher Machart.

Bei mir persönlich liegts aber an der aktuellen Mode (sackartige, weite, kastenförmige Schnitte), die einfach absolut konträr zu den Bedürfnissen meiner Statur ist. Sobald eine Zeitschrift dem Trend folgt, ist sie für mich unbrauchbar - den Jahrgang 2006 habe ich noch fast komplett gekauft, mittlerweile nur sporadisch, wenn man mehr Teile mit Taillierung im Heft sind.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Medea » 28. Nov 2016, 22:43

Puh, hätte auch nicht gedacht, dass es so schlecht um Burda steht beim aktuellen Näh-Hype. Aber ich glaube die Konkurrenz durch die vielen Einzel-Schnittmuster ist nicht zu vernachlässigen. Ich näh auch oft lieber mit sowas, weil die Anleitungen ausführlicher sind und ich meist noch ein paar Inspirations-Beispiele im Netz anschauen kann. Und ganz viele Design-Elemente die bei Burda verwendet werden, gefallen mir oft nicht und dann muss ich wieder abwandeln und nee... dann lieber ein simpler Schnitt, den man gut variieren und selbst ergänzen kann. Aber dann bin ich mal gespannt, ob in Zukunft wieder ein paar richtig überzeugende Schnitte kommen bzw. was sich generell verändert.

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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon mischa » 28. Nov 2016, 23:10

Constanze hat geschrieben: Und mich wundert der sinkende Umsatz überhaupt nicht. Ich glaube, ein grosser Teil des DIY-Hypes besteht aus niedlichen Taschen und Häkelmützen, lange nicht alle, die niedliche Knöpfe im Buchladen kaufen, nähen danach grosse Abendroben.
Hm, die Kleinkram- und Klamottenwerkler würd ich schon trennen - meiner Erfahrung nach ist es schon so, das die, die gern Kleines/Accessoires/Wohntextilien werkeln (eher übersichtliche Projekte, wenig Material) eher selten "richtige" Kleidung herstellen, unabhängig von den handwerklichen Fähigkeiten. Man spezialisiert sich doch oft.

Aber wenn man z.B. diese ganzen, z.T. sehr simplen, Ebooks nimmt, die oft grottenschlecht gemacht sind, und sich (dank aggressiver Blog- und Facebook-Werbung) verkaufen wie geschnitten Brot - es scheint einen Bedarf nach Schnittmustern zu geben. Schwieriger sind einfache Teile in der Burda auch nicht, aber dafür besser konstruiert. Trotzdem wird die Burda gemieden, und stattdessen 8 Euro für einen abnäherlosen Sack von Schnuffelfeedesign hingelegt :shrug:
Mich würden die Zahlen der Ottobre women interessieren, die ist vom Stil her meiner Meinung nach deutlich näher an diesem alternativen Kleidungsstil, wie er auch von vielen Indie-Schnittmusterherstellern angeboten wird.
Ich glaub, die wird nicht unbeträchtlich von den Kinderheften quer finanziert.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Nria » 29. Nov 2016, 06:45

mischa hat geschrieben:Aber wenn man z.B. diese ganzen, z.T. sehr simplen, Ebooks nimmt, die oft grottenschlecht gemacht sind, und sich (dank aggressiver Blog- und Facebook-Werbung) verkaufen wie geschnitten Brot - es scheint einen Bedarf nach Schnittmustern zu geben. Schwieriger sind einfache Teile in der Burda auch nicht, aber dafür besser konstruiert. Trotzdem wird die Burda gemieden, und stattdessen 8 Euro für einen abnäherlosen Sack von Schnuffelfeedesign hingelegt :shrug:
Vermutlich wissen viele nicht mal, dass es Schnittmusterzeitschriften überhaupt gibt. Und wenn, gibt es da wohl eine Schwelle - vielleicht wirkt die burda zu professionell :mrgreen:
Ebooks sind da zugänglicher. Außerdem sind die irgendwie hip und natürlich ausführlicher bebildert. Natürlich finde ich ausführliche Anleitungen auch verlockend, aber wenn ich dann im Blog der "Designerin" lese, dass sie jetzt "schon" seit 2-5 Jahren näht, werde ich doch irgendwie misstrauisch ...
Aber die Libelle ist ein Vogel.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon T. T. Kreischwurst » 29. Nov 2016, 08:11

mischa hat geschrieben: Aber wenn man z.B. diese ganzen, z.T. sehr simplen, Ebooks nimmt, die oft grottenschlecht gemacht sind, und sich (dank aggressiver Blog- und Facebook-Werbung) verkaufen wie geschnitten Brot - es scheint einen Bedarf nach Schnittmustern zu geben. Schwieriger sind einfache Teile in der Burda auch nicht, aber dafür besser konstruiert. Trotzdem wird die Burda gemieden, und stattdessen 8 Euro für einen abnäherlosen Sack von Schnuffelfeedesign hingelegt :shrug:
Was du dabei aber vergisst ist, dass es auch eine ganze Menge kostenlose Ebooks gibt. Ich glaube, das ist auch ein Faktor, den man nicht ganz außer Acht lassen sollte. Wenn ich mir überlege, was ich alles an Freebooks für Kinderkleidung auf dem Rechner hab, dann lohnt es sich für mich z.B. gar nicht solche Schnitte zu kaufen.
Und das angenehme bei Ebooks ist eben auch, dass diese Schnitte oft so niedrigschwellig sind. Ich hab eine ganze Weile gar nichts mehr genäht. Vor dem großen Näh-Hype hab ich vor allem Schnitte selbst gemacht, nach den N&S-Anleitungen. Ich hab da aber eine ganze Menge Fehlschläge gehabt und dann irgendwann nicht mehr soviel Zeit und Lust gehabt, das in Kauf zu nehmen.
Als es dann aktuell wurde, hab ich mit solchen Kinderklamotten-Freebooks wieder angefangen und nähe seitdem relativ viel und ich behaupte, ich bin auch besser geworden ^^. Wäre der Einstieg mit den bebilderten Anleitungen, Designbeispielen usw. aber nicht so leicht gewesen, dann hätte ich das aber wahrscheinlich schnell wieder an den Nagel gehängt. Inzwischen trau ich mich auch wieder an Klamotten für mich selbst. Das hab ich ewig nicht gemacht.
Ich glaube das ist das, was bei Burda irgendwie vorbei geht. Selbst die easy-fashions fand ich lange Zeit als zu Respekt-einflößend (ist bei manchen Schnitten immernoch so) und durch das begrenzte Medium "Zeitschrift", in dem einfach nur wenig verschiedene Designs von einem Schnitt abgebildet sein können, ist es auch nicht ganz so leicht sich einen Schnitt für sich selbst vorstellen zu können, wenn man die Stoffwahl oder manche Details am Schnitt zum fürchten findet.

Und ich finde es btw. übrigens nicht so charmant die Nase über Nähmamas oder andere Leute zu rümpfen, die gern mit einfachen Schnitten arbeiten. Mir gefällt das z.B. sehr gut Kinderkleidung zu nähen. Gerade mit Kind hat man halt auch nicht so die wahnsinnige Zeit für ein großes Nähprojekt. Aber hier im Forum kriege ich bei manchen Threads (hier z.B. auch ^^) ganz schön den Eindruck, man müsse sich dafür rechtfertigen. Natürlich kann es belustigend sein, wenn Schnittmuster für einfache Kissen zum Kauf angeboten werden o.ä., aber mei... wenn sich Leute mit sowas sicherer fühlen, dann ist das doch auch ok. Irgendwann und irgendwie hat doch jeder mal angefangen.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Mondmotte » 29. Nov 2016, 08:37

T. T. Kreischwurst hat geschrieben:Ich glaube das ist das, was bei Burda irgendwie vorbei geht. Selbst die easy-fashions fand ich lange Zeit als zu Respekt-einflößend (ist bei manchen Schnitten immernoch so)...
Das ist ein wichtiger Punkt, den Du hier anbringst. Was Burda imho nie verstanden hat ist, daß heutzutage eben nicht jede Frau mehr von Kleinauf und von wirklich gut nähenden Müttern und Omas nähen lernt, ein Großteil noch nicht mal mehr in der Schule. Burda setzt aber weiterhin relativ viel Fachwissen voraus, selbst bei auf den ersten Blick simplen Teilen. Das hat es mir persönlich nicht wirklich einfacher gemacht, (besser) nähen zu lernen - die Basics habe ich tatsächlich noch von zuhause und in der Schule mitgekriegt, meine kleine Schwester, zwei Jahre jünger, schon nicht mehr. Aber selbst damit war (und vielfach ist) Burda ein Buch mit sieben Siegeln für mich.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Amaranth » 29. Nov 2016, 08:53

Wenn mich mal ein Kleidungsstück aus der Burda anspricht, dann gibts dann zumeist nur in den plussize Größen :shrug: Außerdem kann ich mir vorstellen, dass es für Anfänger einfacher ist, wenn sie ein Schnittmuster ausdrucken können, zusammenkleben um dann ihre Größe auszuschneiden. Die unübersichtlichen Schnittmusterbögen verschrecken sicherlich viele, die erst spät damit anfangen zu nähen und ich muss T. T. Kreischwurst zustimmen. Ich finds auch schade, dass hier so von oben herab geredet wird. Man sollte vielleicht einfach froh sein, dass Handarbeit wieder im Kommen ist und man Stoffgeschäfte nicht mehr mit der Lupe suchen muss oder wie ein Alien behandelt wird, wenn man sich darüber äußert, dass man selbst näht. :shrug:

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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Nria » 29. Nov 2016, 09:15

Wer redet denn "hier" (ist damit dieser Thread, dieses Forum, das ganze Internet gemeint?) abwertend über Leute, die einfache Sachen nähen? Ich lese nur Dinge über schlecht gemachte Ebooks.

Ich hab auch noch keine anderen Threads gesehen, in denen jemand "die Nase rümpft", wenn jemand einfache Dinge näht. Wenn ihr einen Satz à la "Der DIY-Hype besteht 'nur' aus ..." meint - das wertet nicht die Leute ab, sondern sagt, dass der Hype nicht unbedingt "tief" geht (und das heißt nicht, dass die Leute, die einfache Dinge nähen, zu doof für Schwierigeres sind oder keine Ansprüche haben, könnte aber etwas über die Wahrscheinlichkeit aussagen, dass Leute das Hobby dauerhaft und intensiv ausüben). Es ist ja nichts Anrüchiges dabei, sich eher oberflächlich und nicht extrem intensiv mit einem Hobby zu beschäftigen, aber für den Verkauf von Zeitschriften mit aufwändigen Frauen-Schnittmustern (und das ist das Thema dieses Threads!) ist es nunmal relevant, ob es neuerdings eine große Menge von Leuten gibt, die aufwändige Schnittmuster für sich selbst nähen oder eine große Menge von Leuten, die Accessoires und Kinderkleidung in wenig anspruchsvoller Ausführung nähen.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon T. T. Kreischwurst » 29. Nov 2016, 09:45

Mit "hier" meine ich diesen Thread.
Wenn es nicht so gemeint sein soll, dann ist es ja gut, ich finde aber bei solchen Sätzen:
mischa hat geschrieben: Trotzdem wird die Burda gemieden, und stattdessen 8 Euro für einen abnäherlosen Sack von Schnuffelfeedesign hingelegt :shrug:
kann man durchaus herauslesen, dass Leute die einfache Sachen nähen blöd sind. Es schwingt schließlich mit, dass jemand, der ein einfaches Schnittmuster für einen hohen Preis kauft, zu dumm ist zu erkennen, dass es höherwertige und preisgünstigere Schnitte gäbe.
Und generell ist es mir dieses von oben herab klingende bei ein paar Themen eben schon öfter aufgefallen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie irgendwo über die Nähmamas gelästert wurde, weil sie ja dadurch, dass sie nur wenig Stoff kaufen würden, die Stoffpreise in die Höhe trieben. Sachen in der Art hab ich schon öfters gelesen. Vielleicht bin ich da aber auch etwas empfindlich :shrug: .
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Constanze » 29. Nov 2016, 19:06

Falls ich jemandem auf die Füße getreten bin, tut mir das leid, das war überhaupt nicht meine Absicht.
Wie Nria schon gesagt hat, ich meinte das völlig wertfrei. Trends heissen meist so, weil sie wieder abflauen und viele die sich letztes Jahr an Häkelmützen versuchten, patchworken dieses Jahr und im nächsten wird es dann Spanschachteln bemalen oder sonstwas. Das ist völlig ok, es heisst nur, dass nicht jeder für sich aus dem Handarbeiten eine Passion macht und die Burda abonniert.

Dazu scheint der Stil, der in DIY-Kreisen derzeit verbreitet ist (meine Erfahrung stützt sich auf den MeMadeMittwoch, meine eigene Blog-Leseliste ist sicher nicht so repräsentativ), in der Tat eher alternativer Natur zu sein, es geht um tolle Stoffe die man sonst nicht als Kleidung kaufen kann oder um Alternativen zur Highstreet-Mode. Das will ich gar nicht als abnäherlose Säcke diffamieren, es kann durchaus auf einem hohen Niveau sein.
Burda lehnt sich sehr stark an die aktuelle Mode an, Selbermachen als Alternative zum Kleider kaufen und nicht zu aktuellen Trends. Und das war lange das, was die Kunden wollten. Jetzt wollen sie scheinbar eine Alternative zur Mode an sich.

Für mich persönlich ist die Burda (obwohl ich neben Vintage genau das nähe, nämlich an Trends und Designer angelehnte Stücke) irgendwann uninteressant geworden, weil auch Trends sich wiederholen oder lediglich Details und Stoffe beeinflussen. Vor einigen Jahren hatte ich das Gefühl, jetzt kann ich jedes Projekt, das ich mir ausmalen kann, mit einem mehr oder weniger abgewandelten Schnitt realisieren und habe aufgehört, nachzukaufen.
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon mischa » 29. Nov 2016, 19:41

@ Respekt vor der Anleitung

Ich geb ehrlich zu, das fehlt mir etwas, und das irritiert mich an anderen Leuten sehr. Ich hab mir den meisten Handarbeitskram selbst beigebracht (Prä-Internet, mit Büchern und so :wink: ), in älteren Büchern stehen fast nie Sachen wie anfängerfreundlich, schnell, für Fortgeschrittene usw. Man liest sich die Anleitung durch, entscheidet, ob man's wohl hinkriegt, und im schlimmsten Fall wird es halt nichts (unrettbar verloren ist aber fast nie etwas - und ich hab mir schon echt viel Mühe gegeben, Sachen unrettbar zu versauen). Wenn ich die Burdaanleitung für eine Manschette nicht kapiere, such ich mir eine, die es verständlich erklärt, und probiere es an einem Rest aus. Das Sonne ist bis jetzt noch nicht davon implodiert.
T. T. Kreischwurst hat geschrieben:Mit "hier" meine ich diesen Thread.
Wenn es nicht so gemeint sein soll, dann ist es ja gut, ich finde aber bei solchen Sätzen:
mischa hat geschrieben: Trotzdem wird die Burda gemieden, und stattdessen 8 Euro für einen abnäherlosen Sack von Schnuffelfeedesign hingelegt :shrug:
kann man durchaus herauslesen, dass Leute die einfache Sachen nähen blöd sind. Es schwingt schließlich mit, dass jemand, der ein einfaches Schnittmuster für einen hohen Preis kauft, zu dumm ist zu erkennen, dass es höherwertige und preisgünstigere Schnitte gäbe.
Ähm, ernsthaft mal. "Herauslesen", "mitschwingen": kann es möglicherweise also sein, das das da gar nicht steht..?

(Ich mag übrigens die Sackmode. Der Sack muss aber gut gemacht sein, und das sind die Ebookschnitte eben oft nicht. Da werden Sachen wie Abnäher eingespart, nicht, weil es zum Modell passt, sondern weil man es nicht selber konstruieren kann, weil es passformintensiver ist, und das Nähen dann eben 40 Minuten länger dauert. Ein gutes Anfängermodell ist so konstruiert, das es ohne schwierige Verarbeitungsschritte funktioniert, und eben nicht die Sparversion eines eigentlich komplizierteren Schnittes.)
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Re: Allgemeiner Burdastylemagazin-Diskussionsthread

Beitragvon Moon-Elf » 29. Nov 2016, 20:54

Also, meine letzte gekaufte Burda ist bestimmt schon zwei oder drei Jahre her.
Das aus mehreren Gründen:
- Die meisten Modelle sind für mich nicht alltagstauglich. Da ich nicht im Büro o.ä. arbeite, benötige ich keinen 100 Blusen/Bleistiftrock/Etuikleid Schnitte (überspitzt gesagt), die meisten Sachen sind mir einfach einen Tick zu elegant.
- Die Passform spricht mich ebenfalls schon länger nicht mehr an
- Bei der Größentabelle für Oberteile bekomme ich regelmäßig einen Anfall und schneide da immer alles zwei Nummern kleiner aus, trotzdem muss ich sehr oft was ändern. Bei farbenmix z.B. ist mir das noch nie passiert.
- Die Modelle wiederholen sich im Laufe der Zeit (wie Constanze auch sagte)
Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist

Und fall ich auch brennend/dem Meere entgegen/ist Freiheit niemals/ein vermessenes Streben...
madeye hat geschrieben:Um ehrlich zu sein halte ich sie für eine menschliche Strickmaschine

Das Düstere Paket sucht Teilnehmer :)


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