Nicht nur das Leben, sondern auch das Nähen geht weiter.
Das Einnähen läuft. Die jeweilige Fehlerquelle zu finden, ist auch ganz einfach, weil es bisher nur eine einzige gab und die sitzt vor der Maschine...
Zwei Erkenntnisse habe ich auf jeden Fall mittlerweile gewonnen:
1. Automatisch Einfädeln und ich sind zur Zeit nicht vereinbar. Ich weiß theoretisch, wie es funktioniert, es funktioniert auch zwischenzeitlich mal, aber dann auch wieder... gar nicht und ich fädle wieder selbst ein.
2. Ich sitze falsch. Oder vielmehr ist mir nie aufgefallen, wie breitbeinig ich vor meiner alten Zickenprinzessin gesessen habe. Machte auch nichts, unten habe ich gesessen, oben hat sie genäht. Aber die hatte auch keinen Kniehebel wie das Goldstück jetzt. Und wie oft habe ich mich bisher gewundert, wie schwammig das Gefühl beim Nähen ist, weil ich mal wieder unbewusst und unbemerkt leicht auf den Kniehebel gedrückt habe und damit das Füßchen nicht ganz unten war. Ich liebe das Teil mittlerweile, aber das Sitzen muss ich auf Dauer ändern.
Genäht habe ich aber auch schon oder eher: Bestehendes verbessert. Vor einigen Jahren habe ich mir mal ein Bügelbrett gebaut für das Mini-Bügeleisen. Ein wiederverwendetes Holzbrett, Handtuch und Vlies als Füllung, darüber zwei Schichten weiße Baumwolle als Bügelfläche, fertig
Mittlerweile habe ich aber einen kleinen Rollwagen neben mir stehen und ich hatte mir gedacht, dass sich da oben drauf doch das Bügelbrett wunderbar machen würde. Nur... es passte nicht. Also:

Ich habe alles in Einzelteile zerlegt, neu ausgemessen und meinem Mann erzählt, was ich vorhabe. Der wollte eh in den Keller, hat sich das Brett geschnappt und mal eben um ein paar Zentimeter gekürzt. Gut so, meine Geraden bekommen beim Sägen immer Schrägen und Kurven, da fehlt mir irgendwie das Talent. By the way: Ist das nicht ein hübsches Brett?

Den Drachen habe ich mal darauf gemalt, das Brett hing auch mal als eine Art Regalbrett an zwei Seilen, hat aber schon lang ausgedient.
Dann habe ich auch die Füllung neu zugeschnitten und ein Reststück Leinen als neue Bügelfläche herausgekramt.
Diesmal habe ich allerdings nicht die oberste Stofflage draufgetackert wie vorher, sondern aus dem Leinenstoff einen Bezug mit Gummizug genäht, damit ich den bei Bedarf auch mal einfach austauschen kann.
Und da liegt er, passgenau oben auf dem Rollwagen, hatte schon seinen ersten Einsatz und macht sich da ganz gut. Alternativ kann ich es natürlich auch mitnehmen und da bügeln, wo es mir gerade passt, weil es nicht befestigt ist.
Und dann waren da noch die vielen Dreiecke, die mal zu einer Tasche werden sollten... das habe ich erst einmal zugunsten meiner geistigen Gesundheit zur Seite gelegt. Nicht nur, dass ich einigen Dreiecken die Spitze geklaut habe, weil Dreiecke doch um einiges schwerer gleichmäßig zu verarbeiten sind als Quadrate. Nein, ich habe es auch geschafft, die Seiten zu vertauschen und nun sind die Oberkanten der zukünftigen Tasche unterschiedlich breit und alles kommt gerade nicht zusammen. Humpf! Ich bleib erstmal bei Quadraten
Da war noch alles einigermaßen in Ordnung...
