Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

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Mara Macabre
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Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon Mara Macabre » 3. Feb 2016, 15:48

Huhu :)

Ich bräuchte mal Hilfe von einem Handwerk-erfahrenen Nähkromant oder Nähkromantin.

Ich habe vor einen Blumentopf selbst zu giessen. Da es ja wasserfest (und eventuell für draußen auch witterungsbeständig) sein muss, dachte ich an Beton.
Meine erste Form ist sehr klein und etwas filigraner.
Ich habe im Baumarkt nachgefragt, eigentlich nach Ruck-Zuck Beton, aber das hatten Sie im Obi nicht, der Verkäufer gab mir Schnellmörtel.

Ich habe den Mörtel mit relativ wenig Wasser angesetzt, aber noch so viel, dass ich es giessen kann.
Der Mörtel trocknete relativ schnell, nach 3 Stunden lösste ich Ihn aus der Form, das ging auch aber leider ist die Konsistenz teilweise sehr sandig und bröckelig. Einige Stellen sind aber schön glatt und fest, da bröckelt nichts.

Hat Jemand vielleicht einen Tipp für mich, was ich falsch gemacht haben könnte?
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon Schwarzes_Schaf » 3. Feb 2016, 16:02

Huhu Mara,
Mara Macabre hat geschrieben: Ich habe vor einen Blumentopf selbst zu giessen. Da es ja wasserfest (und eventuell für draußen auch witterungsbeständig) sein muss, dachte ich an Beton.
Da bist Du einem Irrtum erlegen. Beton an sich ist nicht wasserdicht. Da braucht es spezielle Zuschläge oder Oberflächenbehandlungen. :wink:
Deswegen ist er auch nicht besonders witterungsbeständig. Wenn er nass wird und es dann friert, platzt er auf.
Zuschlagpulver für Wasserdichtigkeit erhältst Du im Baumarkt :D
Mara Macabre hat geschrieben:Hat Jemand vielleicht einen Tipp für mich, was ich falsch gemacht haben könnte?
Nichts :) Wenn Du eine sehr glatte, bröckelarme Oberfläche haben möchtest, solltest Du Feinmörtel benutzen.

Ich hab mir einen Lampenschrim gegossen und dafür einen Beton verwendet, dem Fasern beigemischt sind. So bröckelt er nicht ganz so stark. aber ich schau beim Abstauben schon, dass kein Essen druntersteht 8-)

Edit: Was mit noch eingefallen ist: Beim Gießen oder unmittelbar danach, muss der Beton verdichtet werden. Ich hab mit einem Spießchen in der Masse rumgestochert, man kanns auch rütteln. :yes:
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon Mara Macabre » 3. Feb 2016, 18:37

Mit so einer schnellen Antwort hatte ich gar nicht gerechnet, vielen Dank :)

hmm, okay, da bin ich wirklich einen Irrtum aufgesessen, dachte weil man ja auch Fundamente aus Beton macht...

Zu was würdest du mir denn raten? Also in erster Linie ist das jetzt erstmal für drinnen. Würdest du mir da zu Feinbeton raten?
Dachte Mörtel sei quasi Feinbeton, weil es ja eben kleineren Kies hat.
Ist Beton denn an ich wasserfest genug für einen Blumentopf, der wenig gegossen wird? Oder muss da unbedingt der Zusatz rein?
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon beatiii » 4. Feb 2016, 00:49

Kurz zu den Termini:
Moertel definiert sich dadurch, dass es ein Bausstoff ist, der zum Verbinden von Mauersteinen oder aehnlichem benutzt wird.
Oder auch Verputzmoertel, Fugenmoertel etc. Also eigentlich sagt das Wort Moertel meist nicht wirklich etwas ueber die Bestandteile aus, mehr ueber den Verwendungszweck.

Zement ist erstmal nur ein Bindemittel.
Durch hinzufuegen von Zuschlag erhaelt man Beton.

Also kannst du auch einfach Universalzement kaufen und mit unterschiedlichen Zuschlaegen experimientieren. Sande in verschiedenen Korngroessen, Kiesel, Schotter etc.
1 Teil Zement:2 Teile Zuschlag.
Durch Zugabe von farbigen Gesteinen, Glaselementen o.ae., sowie Pigmentierung des Bindemittels, kannst glaube ich ziemlich coole Sachen machen.
Wuerde dann an Terrazzo erinnern. Dadurch, dass die Oberflaeche allerdings nicht abgeschliffen, wird, sollten die Zuschlaege tendenziell eher feiner sein. Sonst wuerde man relativ wenig davon sehen.
Oder du schleifst die Oberflaeche nochmal ein gutes Stueck runter.
Schwarzes_Schaf hat geschrieben:
Mara Macabre hat geschrieben: Ich habe vor einen Blumentopf selbst zu giessen. Da es ja wasserfest (und eventuell für draußen auch witterungsbeständig) sein muss, dachte ich an Beton.
Da bist Du einem Irrtum erlegen. Beton an sich ist nicht wasserdicht. Da braucht es spezielle Zuschläge oder Oberflächenbehandlungen. :wink:
Deswegen ist er auch nicht besonders witterungsbeständig. Wenn er nass wird und es dann friert, platzt er auf.
Ganz so wuerde ich das nicht stehen lassen ;)
Fundamente werden meist aus Beton gegossen. Beton ist ja wasserfest.
Beton ist halt nicht Beton.
Faengt schon beim Bindemittel an. Zement (Zement ist nicht Zement ;)) oder etwas anderes.
Das ganze ist (wenn man es genau betrachten will) ein ziemlich komplexes Thema.
"nicht besonders witterungsbestaendig" finde ich schon ne Ecke zu pauschal.
Und spezielle Zuschlaege fuer nen Blumentopf sind bisschen Kanonen auf Spatzen :D

Deswegen mal wieder nen Gang runter:
Fuer einen Uebertopf in der Wohnung wuerde ich einfach nichts dran machen, hoechstens innen ne wasserdichte Beschichtung mit (vllt. auch farbigen) Lack.
Erst, wenn der Topf draussen steht und dann auch nur, wenn er kapillar richtig viel Wasser ziehen kann, koennte man sich mMn nochmal Gedanken machen.

Zum Material:
Wenn dein Moertel broeckelig/muerbe war, aber auch nur an manchen Stellen, gehe ich davon aus, dass er dir teilweise 'verbrannt' ist.
Zement ist z.B. ein hydraulisches Bindemittel und benoetigt Wasser zum Abbinden und sollte beim 'Trocknen' etwas feucht gehalten werden.
Die Erhaertung ist nicht einfach nur eine physikalische Reaktion bei der Wasser verdampft, sondern eine chemische, Hydratation genannt.
Bei Gips ist das ganze noch wichtiger. Sonst koennen sich keine Kristalle ausbilden und das ganze haelt nicht.

Ausserdem ist bei Zement noch auf die Festigkeitskurve zu achten.
Die Festigkeit steigt zunaechst recht schnell und er fuehlt sich fest an. Seine Endfestigkeit erhaelt er aber erst nach sehr langer Zeit. Klar sollst du keine 28 Tage warten, aber 3h wirkt fuer mich etwas kurz.
Tendenziell wuerde ich eher 24h warten.
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon Mara Macabre » 4. Feb 2016, 08:23

beatiii hat geschrieben:
Zum Material:
Wenn dein Moertel broeckelig/muerbe war, aber auch nur an manchen Stellen, gehe ich davon aus, dass er dir teilweise 'verbrannt' ist.
Zement ist z.B. ein hydraulisches Bindemittel und benoetigt Wasser zum Abbinden und sollte beim 'Trocknen' etwas feucht gehalten werden.
Die Erhaertung ist nicht einfach nur eine physikalische Reaktion bei der Wasser verdampft, sondern eine chemische, Hydratation genannt.
Bei Gips ist das ganze noch wichtiger. Sonst koennen sich keine Kristalle ausbilden und das ganze haelt nicht.

Ausserdem ist bei Zement noch auf die Festigkeitskurve zu achten.
Die Festigkeit steigt zunaechst recht schnell und er fuehlt sich fest an. Seine Endfestigkeit erhaelt er aber erst nach sehr langer Zeit. Klar sollst du keine 28 Tage warten, aber 3h wirkt fuer mich etwas kurz.
Tendenziell wuerde ich eher 24h warten.
Hui beatiii,
1000 Dank für die ausführliche Antwort!
Ich war wohl tatsächlich etwas ungeduldig.

Ich hab den Guss nach 3 Stunden aus der Form gelöst, aber als ich hier gepostet habe waren 24 Stunden schon um, ich hab den Guss weiter trocknen lassen, aus der Form hat es sich problemlos gelöst. Jetzt sind es schon 48 Stunden rum und es ist tatsächlich jetzt deutlich fester
Das einzige ist eben, dass es an etwas filigraneren Stellen eben nicht sehr fest ist sondern leicht weggebrochen werden kann aber ich schätze, dass ist einfach so bei Mörtel?
Kann ich dem etwas beimischen, was es noch mehr zusammenhält?
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon beatiii » 4. Feb 2016, 09:44

Moertel hat eine geringere Druckfestigkeit als z.B. Beton, meist ist da mehr Sand drin, oder Kalkhydrat.
In meinen Unterlagen hab ich Zementmoertel mit 1 Teil Zement auf 4 Teile Sand stehen.
Mehr Zement wuerde die Druckfestigkeit erhoehen. Oder fein gemahlener Zement (aber da du die Mischung ja schon hast, bleibt das aus).
Neben dem 'Verbrennen', koennte es auch sein, dass du zu viel Wasser verwendet hast. Zu viel Wasser in der angemachten Masse ist naemlich auch nicht gut (da konnte man mich vorher vielleicht etwas falsch verstehen). Aus der Ferne ist sowas immer schlecht zu beurteilen.
Die Fliessfaehigkeit von Moertel ist erstaunlich hoch, auch wenn er erstmal sehr fest wirkt.
Mit Ruetteln des Gefaesses duerfte sich das ganze recht gut verteilen und verdichten.

Ich hab eigentlich eher mit historischen Materialien und Naturstein zu tun, vielleicht findet sich ja noch eine BauningenieurIn, die bisschen was zu modernen Zementsorten sagen kann und Dinge kennt, mit denen ich nichts zu tun hat.
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon Mara Macabre » 4. Feb 2016, 16:01

Danke dir :)

Ich werde es nochmal mit weniger Wasser und viel rütteln versuchen, ansonsten steig ich mal auf Beton um :)
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Re: Hilfte beim Guss aus Beton, Zement, Mörtel...

Beitragvon Sheogorath » 17. Apr 2016, 00:55

Sowas ähnliches habe ich auch vor, Kerzenständer aus Beton mit Kieselsteinen drin fürs Larp, sieht ja aus wie Stein.

Einen 25kg Sack Beton brauche ich also auf keinen Fall und in 10kg Gebinden gibt es nicht so ganz viel Auswahl.
https://www.bauhaus.info/bindemittel-es ... ?q%3Dbeton

Die Beschreibung sagt für feingliedrige Teile, dürfte das funktioneren? Die Kerzenständer sollen pyramidenförmig werden mit eingeritzter Inschrift, also nichts mit vielen Hinterschneidungen, denn im Formenbau mit Silikonen habe ich drei linke Hände.
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