eure Erfahrungen mit "Challenges"

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eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Bluemoon » 18. Okt 2021, 10:48

Hallöchen!

Neulich bin ich auf die Challenge gestossen:
https://thedreamstress.com/the-historic ... thly-2021/
und war gleich Feuer&Flamme.
Andererseits gibt es ja dieses (viel zu realistische :P ) Männlein im Kopf, das sagt:" Kannste gleich lassen, das hält man eh nicht durch, wenn man einigermassen gut versorgt ist mit Alltagspflichten. Und einer langen ToSewList."

Ich finde, es wäre nett und vielleicht lehrreich, sich mal darüber auszutauschen, ob diese Challenges in die Kategorie "Fitnessstudio-Mitgliedschaft im Januar" passt, oder es einigen von euch leicht fällt, sowas durchzuziehen, neben Job, Kindern, man-braucht-nen-neuen-Pulli-natürlich-selbstgenäht.
Und dann natürlich, was der Trick dabei ist.


Wie sind eure Erfahrungen da? :)
Umwege erweitern die Ortskenntnis.

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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon AlphaOmega » 18. Okt 2021, 11:05

Wie Challenges nach meiner Erfahrung meist (auch bei mir) ablaufen, kann man auch hier im Forum schön sehen.
Am Beispiel der Foto-Challenges mit verschiedenen Mottos. Der Ablauf ist irgendwie immer ähnlich:

Anfangs sind alle super happy und freuen sich auf das Projekt.
Noch vor offiziellem Start entschuldigen sich die ersten schon mal vorsorglich, dass es wohl nicht immer so klappen wird, wie ursprünglich gedacht.
Die Challenge startet, ein paar Leute merken dann die nächsten Tage, dass sie den Start verpasst haben.
Nur wenige Fotos kommen am ersten Tag pünktlich.
im Laufe der nächsten Tage trudeln weitere Fotos ein.
Nur wenige posten regelmäßig und pünktlich.
Nach ein paar weiteren Tagen kommen Leute auf einmal mit all den gesammelten Bildern, die sie jetzt erst hochladen konnten.
Im zweiten Drittel der Challenge werden es immer weniger Bilder, dafür immer mehr Rückmeldungen warum es nun grade nicht klappt.
Nur wenige Mitstreiter*innen ziehen durch und posten mehr oder weniger pünktlich und regelmäßig.
Das letzte Bild erscheint eine Woche nach Beendigung der Challenge.
Alle fanden das Projekt ganz toll und möchten beim nächsten mal wieder mitmachen.


Ich finde das Konzept von Challenges ziemlich schwierig. Vor allem wenn man keinen strikt durchgeregelten Tagesrhythmus hat und es immer sein kann, dass was dazwischen kommt. Wenn ich etwas nähen oder fotografieren oder sonst etwas machen möchte, dann ohne Challenge sondern wenn es zeitlich und psychisch passt.
Ich finde den unbefriedigenden Ablauf einer Challenge emotional viel nerviger als wenn ich mir meinen eigenen Zeitplan / Rhythmus vorgebe und dann eben länger brauche oder nicht jeden Tag irgendwas produktives mache.
Außerdem würde es mich auch nerven, Themen zu bearbeiten, die mir nciht liegen weil die Challenge es vorgibt. Sie aber weg zu lassen, fürht mM die Challenge ad absurdum.
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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Gwilwileth » 18. Okt 2021, 11:09

Meine Erfahrung deckt sich mit der, die AlphaOmega beschreibt. Trotzdem mag ich Challenges. Am Anfang hat es mich immer mega gestresst, wenn ich mal einen Tag verpennt habe, aber mittlerweile gehe ich mit der Einstellung ran "Was klappt, klappt, was nicht, eben nicht".

Ich starte jetzt gerade die Lillesolschnittzeljagd bei Instagram und weiß jetzt schon sicher, dass ich nicht jedes Projekt schaffen werde. Trotzdem macht es mir Spaß, ich freue mich auf die Ergebnisse der anderen (kann ja auch tolle Inspiration sein), darauf neue Sachen auszuprobieren und mache mir keinen Stress damit.

Aber ich glaube echt, dass ist Typsache. Wenn du von vorne herein weißt, dass es dich stressen würde, nicht alles so zu schaffen wie vorgegeben oder wie du es dir vornimmst, dann ist es eher kontraproduktiv.

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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Goldkind » 19. Okt 2021, 10:33

Normalerweise geht es mir exakt so, wie hier beschrieben. :mrgreen: gerade bei Fotochallenges.

Aber!
Ich habe jetzt schon einige* Quiltalongs mitgemacht und bis zum Ende durchgezogen!
Da wusste ich, einmal im Monat schaffe ich das. Das lief dann auch über Instagram, was mich sehr motiviert hat. Mein Profil war da auch noch öffentlich, sodass ich auch gut mit den anderen Teilnehmenden interagieren konnte.

*grob geschätzt... 5? Davon sind so 3 tatsächlich fertig geworden. :oops:
Der letzte war aber viel zu ambitioniert, einen riesen Quilt in ~4 Wochen schaffe ich einfach nicht.

Was bei mir auch immer gut klappt, ist die Adventskalendertasche von farbenmix.

Mein Fazit: Wenn ich Lust habe (und es etwas kostenlos gibt :oops:), die gruppe groß genug und aktiv ist und die Projektgröße in meinen Alltag passt, dann klappt das auch. :yes: und macht durch die community wirklich Spaß!

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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Nachtdrossel » 19. Okt 2021, 21:08

Mir geht es da ähnlich wie Goldkind. Ich habe letztes Jahr bei der Schnittzeljagd von Lillesol und Pelle mitgemacht. Das geht über 6 Wochen (hat übrigens gerade gestertet) und man näht jede Woche ein Teil. Ob ich dieses Jahr bis zum Ende mitmache, weiß ich noch nicht.
Das Startschnittmuster kauft man, wenn man in der Woche postet dann gibts den Folgeschnitt kostenlos und man kann ein paar Sachen gewinnen. Sind hauptsächlich Basic Schnittmuster. Letztes Jahr war ein Kleid dabei, was mir vom Schnitt her überhaupt nicht gefiel, das habe ich dann für eine Freundin genäht, weil ich den Schnitt danach gerne haben wollte.
Bei Fotochallenges wo man jeden Tag was posten muss (Spooktober letztes Jahr :oops: ) habe ich das auch nur ein paar Tage geschafft :oops:

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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Bluemoon » 21. Okt 2021, 18:23

Danke für eure Antworten. ( Edit macht "Cokes" zu ) AlphaOmegas Beschreibung trifft auf erstaunlich viele Hobbyvorhaben zu, glaube ich. (Je nach Typ natürlich. ) :mrgreen: :angel:
Euren Worten entnehm ich: Relaxt bleiben, statt in Zeitnot kommen. Oder wie ein Coach es evt. formulieren würde:"Im Dürfen bleiben, nicht ins Müssen abgleiten." :-J

Und auf eine inspirierende Anzahl Mitstreiter achten.

Was die oben verlinkte Challenge betrifft: Ich glaube, ich riskier's!
Zuletzt geändert von Bluemoon am 22. Okt 2021, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Coke » 22. Okt 2021, 15:41

Meinst du tatsächlich mich?
Ü ist ein unfreundlicher Buchstabe

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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Bluemoon » 22. Okt 2021, 16:00

Hups, nein AlphaOmega, Entschuldigung an euch beide. Wie peinlich. ^^°

..aber, Coke, wo du schon mal hier bist.. Hast du auch Erfahrungen mit Challenges, die du mit uns teilen magst? :mrgreen:
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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Coke » 22. Okt 2021, 19:11

Nicht wirklich, sorry. Außer vielleicht, dass ich sie nie durchhalte
Ü ist ein unfreundlicher Buchstabe

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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon Miss Guided » 24. Okt 2021, 23:14

Bei mir hat zumindest ein Crochet-Along hier im Forum funktioniert. Ich glaube, weil so ein gehäkeltes Tuch ein recht überschaubares Projekt ist und ich im Winter gut jeden Abend ein paar Reihen in den Alltag integriert kriege.
Alles, was vom Aufwand her darüber hinaus geht, klappt bei mir *NULL*.
Es tritt genau diese Spirale ein "Am Anfang hoch motiviert sein, aus dem Tritt kommen, frustiert sein, es ganz liegen lassen" die AlphaOmega beschrieben hat.

Ich nähe seit dem vergangen Jahr relativ regelmäßig wegen - Corona natürlich - aber auch, weil ich aktiv allen Druck rausgenommen habe. Keine Deadlines mehr; Umplanen, Auftrennen, auf unbestimmte Zeit liegen lassen, auf Inspiration warten, alles erlaubt. Es ärgert mich ein bisschen, dass der mir unbeliebteste Teil, die Dokumentation der schönen Ergebnisse, damit vollkommen unter den Tisch fällt, aber eeegaal. Ich bin Zen, es geht um den Spaß. *Mantra sag*
Ich mache mir meinen Flow nicht durch eine phöse Challenge kaputt!

Andererseits: anderer Leute mehr oder weniger regelmäßigen Output angucken macht großen Spaß. Zum Glück gibt es auf Youtube Menschen*, die das hauptberuflich und ziemlich regelmäßig machen, das motiviert mich sehr. Insofern lurke ich bei Challenges gerne als Zuschauer herum!

*Bernadette Banner, Cathy Hay, Abby Cox, Nicole Rudolph, Angela Clayton, Morgan Donner, Rachel Maksy, Karolina Żebrowska, The Closet Historian und meine neuste Subscribtion: Vintagebursche
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Re: eure Erfahrungen mit "Challenges"

Beitragvon lelith » 25. Okt 2021, 12:59

Bei mir kommt das ja immer stark darauf an was für eine "Challenge" es ist und aus welchen Gründen ich mitmache? Manche mögen ja genau diese "herausforderung" und "aus der eigenen comfort zone gehen". Aber wenn ich bei irgendeiner Challenge mitmache, dann eher nur bei Sachen die mich dann Inspirieren. Also sowas wie die Self-Love Foto Challenge, weil mir das hilft den Focus auf schöne Sachen zu lenken und mich vielleicht auch mehr motiiviert etwas schönes für mich zu machen.

Bei Handarbeits oder Sport challenges bin ich immer raus, weil mir das zu viel ausserhalb der Comfort-Zone ist. Für beides muss ich genug Zeit und lust haben und das ist einfach sehr unsporadisch der Fall. Aber wie MissGuided sehe ich mir gerne die Ergebnisse anderer an.
don't grow up, it's a trap


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